Wissenswertes

  • Die Seifensiederei ist eine uralte, zu Unrecht in Vergessenheit geratene Kulturtechnik, die von Menschen über Tausende von Jahren hinweg entwickelt und perfektioniert worden ist.
  • Das erste überlieferte Seifenrezept stammt aus der Zeit um 2500 v. Chr. und wurde mit Keilschrift in sumerische Tonschiefertafeln geritzt.
  • Ursprünglich wurde Seife von den Kelten und Römern hauptsächlich als Haarpomade, bzw. als Medizin zur Behandlung von Hautkrankheiten benutzt.
  • Bei Ausgrabungen in der 79 n. Chr. durch einen Vulkanausbruch verschütteten Stadt Pompeji wurde eine komplette Seifenfabrik samt Seifenstücken gefunden.
  • Die Kelten stellten ihre Seife aus Ziegentalg und Asche her.
  • Die Araber des 7. und 8. Jahrhundert waren guten Seifensieder, die ihr Wissen zusammen mit ihrer Religion über Spanien nach Europa, besonders in den Mittelmeerraum brachten. Aus dieser Zeit stammen auch Aufzeichnungen über die ersten Seifensiederungen in Europa.
  • Ab 1525 wurde Seife von Männern zur Rasur verwendet – insbesondere die feste Kernseife – diese war ein absoluter Luxusgegenstand, der den Reichen vorbehalten blieb.
  • Erst Nikolas Leblanc (1742-1806) öffnete den Weg zur modernen Massenproduktion der Seife, indem er ein Verfahren zur chemischen Herstellung von Soda erfand, die ja bis zu diesem Zeitpunkt mühsam aus Asche gewonnen wurde.
  • Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde in vielen Haushalten in Österreich sowie im Mittelmeerraum die alte Kunst des Seifensiedens praktiziert.

 

(Literatur: Naturseife – das reine Vergnügen, Claudia Kasper)